Die Stunde Null

Gute fünf Tage hat es seit unserer Schließung gedauert, bis ich meine Gedanken wieder etwas ordnen konnte. Mehr als ein Schock, unser geliebtes Hotel ist zu, keine Gäste, leere Zimmer, verschlossene Türen. Dafür Sonne pur, zwitschern der Vögel … der Frühling ist schon da im Oberharz. Welch eine skurrile Phase des Lebens.

Die Mitarbeiter sind zuhause oder kommen aus Solidarität vorbei, vielleicht auch aus Sehnsucht oder der Langeweile wegen die einen zuhause plagt. Aber es ist schön zu sehen das sie sich bei Ihrer Arbeit wohl fühlen und ihr Hotel vermissen. Das Herzstück unseres Geschäftsmodell sind die Menschen, die in allen Bereichen mit viel Hingabe das tun was Ihnen Spass bereitet und was andere Arbeit nennen.

In der Notsituation zeigt sich umso mehr wie groß das Engagement des Einzelnen ist. Da wird geholfen und Ideen präsentiert, da wird mit angefasst egal in welchen Bereichen. Not schweißt bekanntlich zusammen und der Lichtblick der Situation ist auch das alle bei uns daran glauben, das es bald weiter geht. Mit einer Einschränkung, es wird anders sein als vorher. Das C-Wort hat dafür gesorgt das in unserer Tourismus Stadt Braunlage ein nie dagewesener Stillstand aufgetreten ist. Restaurants, Hotels, der Einzelhandel sind geschlossen. Offiziell ist kein Tourist mehr eingecheckt. Unser Hotel hat 365 Tage Betrieb, jetzt am 78. Tag des Jahres 2020 ist Schicht im Schacht. Wann es weitergeht, ungewiss. Aber was bringt es sich den Kopf darüber zu zerbrechen was alles schiefgehen kann. Besser wäre doch zu überlegen was gehen könnte und da sind wir beim Thema: Die Stunde Null mit drei V‘s

Vorbereitet sein: Es wird noch lange dauern bis wir die alten bekannten Abläufe zurück bekommen haben. Daher haben wir unseren Lagerbestand auf ein Höchstmaß hochgefahren, Reinigungs- und  Hygienemittel, der Wäschebestand, die üblichen Ersatzteile für Einrichtungen, Lampen all diese Dinge werden wir in höherer Menge vorhalten. Warum? Es wird passieren das einfach Waren nicht lieferbar sind und gleichzeitig wollen wir sicherstellen das wir in den kommenden Monaten einen reibungslosen Ablauf durchführen können. 

Vorrausschauend sein: Das Bedürfnis nach Reisen in die Natur und in der näheren Umgebung wird steigen. Dagegen werden Flugreisen z.b. nach Rom deutlich sinken. Bedeutet wir sollten unsere Marketing Aktivitäten dahin ausrichten, das Menschen künftig andere Ansprüche und Wünsche auf Ihren Urlaub setzen. 

Verantwortung tragen: Wir versorgen mit unserem Betrieb rund 50 Personen (Mitarbeiter und deren Kinder / Partner) aber wir müssen auch dafür Sorge tragen das unser Betrieb weiterhin existiert. Ein schwieriger Grad, die vorhanden Mittel dort einzusetzen wo sie am nötigsten sind. Staatshilfe wird kommen, doch keiner weiß wie, wann und in welcher Höhe. Daher haben wir frühzeitig alle denkbaren Kosten heruntergefahrenen und eine sichere Lösung der Zahlung der Gehälter mit unseren Mitarbeitern erarbeitet.

Ein Hotel ist Emotion und lebt von seinen Emotionen, doch ohne Gäste ist das wie Ski fahren ohne Schnee. Was bringt es, die tollsten Ski und Klamotten zu haben, es fehlt etwas und das seit Ihr. Bleibt gesund, bleibt uns treu und vor allem wünsche ich Euch das ihr die Situation gut übersteht. Lasst den Kopf nicht hängen, wir tun es auch nicht.

Euer Meik

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