Kritik an Förderung des „The Hearts Hotel“ schießt weit am Ziel vorbei.

Braunlage – Perspektivisch mehr als 25 Arbeitsplätze geplant. DEHOGA-Verband kritisiert das Innovationsvorhaben seines eigenen Mitglieds.

Grenzen

DEHOGA-Kritik verfehlt ihr Ziel 

Meik Lindberg, Geschäftsführer der The Hearts Hotel GmbH, reagiert mit Unverständnis auf die Kritik an der Förderung des neuartigen Hotelkonzepts,  Wohnen, Erholung und Arbeitsaufenthalt unter einen Hut zu bringen. Damit soll die Möglichkeit geboten werden, Urlaub und Arbeit entspannt zu verbinden – ein Ansatz, der eine ganz neue Zielgruppe in den Harz locken wird. „Wer lediglich die nackten Zahlen sieht, kann natürlich nur mit einem Neidreflex aus der Branche antworten. Die avisierten neun Arbeitsplätze inklusive drei Ausbildungsplätzen sind gerade einmal der Anfang“, kommentiert Lindberg die vermeintliche Schieflage von Fördersumme und geschaffenen Stellen. Und er wundert sich: „Welcher Kenner der Branche erwartet bei fast 90 Zimmern, diese mit neun Angestellten bedienen zu wollen? Hier kann man doch klar davon ausgehen, dass auf lange Sicht mehr Personal für ein Hotel dieser Größenordnung erforderlich ist.“ Dass entsprechende Vorwürfe vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband e.V. (DEHOGA) kommen, lässt den aus der Region stammenden Unternehmer nur den Kopf schütteln. „Wir planen perspektivisch bis Jahresende 2019 mit über 25 Arbeitsplätzen“, berichtet Ralph Hesse, welcher als Gesellschafter der The Hearts Hotel GmbH ebenfalls kein Verständnis für die Kritik an der Förderung aufbringt. „846.000 Euro Fördersumme bei einer Gesamtinvestition von 3,6 Millionen Euro gleichzusetzen mit neun Arbeitsplätzen, ist doch nur eine polemische Neiddiskussion“, bringt es Hesse auf den Punkt.

DEHOGA baut lieber auf traditionelles Hotelmodell statt auf Innovation

Ganz besonders ärgert es die Betreiber, wenn ihnen ausgerechnet der Verband, in dem sie selbst zahlendes Mitglied sind, beim völlig neuartigen Hotelkonzept für moderne Stadtausbrecher in den Rücken fällt. „Der DEHOGA ist für mich ein klassisches Fallbeispiel des Paradigmenwechsels. Beim Auftreten von Problemen wird die Schuld bei anderen gesucht, anstatt eine Lösung zu präsentieren“, erklärt Lindberg, der bereits eine ähnliche Situation in den Anfängen des Internet erlebte, als er die Fotoentwicklung über Internet präsentierte. „Damals sind die Fachhändler über ihren Verband auf die Barrikaden gegangen und haben versucht, uns vom Markt zu drängen, anstatt das Geschäft an sich zu reißen. Der Aufschrei des DEHOGA ist da ein Déjà-vu“, resümiert Lindberg. 

Von seinen Freunden und Geschäftspartnern erhält der Unternehmer eigentlich immer die gleiche Antwort, wenn das Thema Urlaub und Arbeiten in den Harzer Bergen angesprochen wird: „Der Harz ist wunderschön, aber zum Übernachten ist da nicht wirklich was geboten.“ Dieser Umstand scheint dem Hotelverband wenig bewusst zu sein. „Stattdessen fordert er die Verwendung öffentlicher Mittel für den Straßenbau oder den Ausbau von Kindergärten, anstatt innovative Ideen und Hotelkonzepte zu unterstützen, die der Region den notwendigen Aufschwung geben würden“, kommentiert Lindberg den Aufruf seines Verbandes.

Erweiterte Zielgruppe für den Harz-Tourismus

Meik Lindberg, der selbst im Harzer Umland groß geworden ist, will mit dem Hotel insgesamt dem Harz-Tourismus einen neuen Schub verpassen: „Diese dynamischen Veränderungen sind für die Stärkung der Region absolut wichtig. Man muss Neues wagen, um voranzukommen. Wer stehenbleibt, hört auf, erfolgreich zu sein“, ist sein Credo. Ihre Fühler wollen die „Hearts-Macher“ bis ins Rhein-Main-Gebiet, nach Berlin und Hamburg ausstrecken, aber auch bis in die Niederlande und nach Dänemark, wo bereits bekannt ist, dass man im Harz gut eine Auszeit nehmen kann. Der Nationalpark inspiriert und schafft Platz für neue Ideen und Freiräume, die Kreative und im Internetarbeitende brauchen und suchen.

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